Montag, 30. September 2013

Kongopost 78

Ist das nicht schrecklich? Solch ein Foto lässt einem doch das Blut in den Adern gefrieren. Die arme kleine Mado, von der ich schon oft geschrieben habe, hatte nach der Operation an ihren Füßchen auch noch eine dicke Infektion an ihrem Infusionsärmchen.
Nachdem Jerry dann auch aus dem Krankenhaus war, haben alle eine Balenière (ein- oder zweistöckiges Holzboot mit Motor) Richtung Basankusu bestiegen. Da sitzt man zwischen Schweinen und Ziegen eingeklemmt und versucht dagegen zu stinken. Aber in der zweiten Nacht ist der Kapitän im Schlaf über Bord gefallen und wohl ertrunken. Sie mussten zurück, um den Unfall der Polizei zu melden.
Die Verwandten des toten Kapitäns warteten dann aber schon in Basankusu, um alle Passagiere zu lynchen. Die Polizei dort hat das verboten und rumgeschossen, bis Ruhe kam.
Richard konnte aber zuletzt alle gesund abholen. Klein Mado soll jetzt in Basankusu von Doktor Iloko weiter therapiert werden.

Richard schickte vor zwei Wochen dieses Foto von Joceline. Schade, dass sie einen so schönen langen Rock anhat. Sonst könnte man jetzt sehen, welch schöne gerade Beine sie hat.
Joceline ist jetzt in der Fünften in der Höheren Schule.
Sie wurde auch mit solch verbogenen Füßchen geboren. Elisabeth und ich konnten damals Mutter und Kind in ein Krankenhaus fliegen lassen. Jocelines Mama war in Urwald allein erziehend, und alles war mindestens so chaotisch wie bei klein Mado.
Wir sehen da ein großes Wunder Gottes, und ihre geraden Beine lassen uns jetzt auch weitermachen und ganz feste glauben, dass klein Mado auch einmal so laufen wird. Auch, wenn es jetzt oft noch wehtun wird.

Ziemlich sehr hoffnungsvolle Grüße, Peter und Elisabeth.


gohlep (ät) web (.) de

Sonntag, 29. September 2013

Winterwundernacht

Auf der Zugspitze liegen schon 50 Zentimeter Neuschnee, aber das macht die Nacht nicht zur Winternacht und schon gar nicht zur Winterwundernacht, denn es ist ja gerade mal Ende September.
Die Winterwundernacht lag heute in meinem Briefkasten.
Es handelt sich dabei natürlich um ein Buch, aber nicht irgendeins, sondern das aktuelle Buch mit einem Beitrag von mir drin. Es ist das dritte, und die vierte Buchveröffentlichung insgesamt.
Buch eins Buch zwei Buch drei
24 Geschichten sollen den jungen Lesern zwischen 6 und 12 (oder den Zuhörern in allen anderen Altersklassen) die Warterei auf Weihnachten verkürzen -- jeden Tag eine.
Das Buch ist denn auch wie ein Adventskalender gegliedert.
Das ist die Frage zum Tage!
Lesepröbchen
Sofern deine Weltsicht bzw. die deiner Kinder (oder die der Menschen, denen du vorlesen willst) darauf fußt, dass das Christkind die Geschenke bringt, möchte ich dringend abraten, meine Geschichte zu lesen. Mit dieser Auffassung wird aufgeräumt.
Ansonsten möchte ich dir dringend empfehlen, die 14,95 auszugeben, denn es ist -- auch optisch -- ein wirklich schönes Buch geworden und die 23 anderen Geschichten sind zwischen heiter, pädagogisch wertvoll, quatschig und zu Tränen rührend angesiedelt.
Ich habe einige schon gelesen, und das, obwohl ja noch nicht mal Advent ist.
Bestellen kannst du das Buch beim Brendow Verlag und an allen übrigen bekannten Wwwadressen, in der Buchhandlung umme Ecke und natürlich bei mir. Ich könnte dann noch eine Widmung hineinschreiben, so du eine möchtest.

Samstag, 28. September 2013

Kongopost 77

Liebe Richardfreunde alle zusammen.
Dieses Foto habe ich gestern bekommen.
Richards liebstes Enkelkind, klein-Christiane, hatte eine schwere Malaria und musste ins Krankenhaus. Jetzt ist sie wieder fit und kann spielen, kochen und rumtollen.
Aber der Doktor hat im Krankenhaus merkwürdige Flecken am Bein festgestellt und wollte sie unbedingt weiter beobachten.
Richard und Nanella sind jetzt ganz untröstlich. Die Flecken sind schnell gewachsen, und nachdem Christiane eine zeitlang Testmedikamente eingenommen hat, steht jetzt ziemlich fest, dass das Lepra ist.
Lepra kann man mit Medikamenten zum Stillstand bringen. Die sind normalerweise sogar kostenlos. Aber die Medikamente werden erst nach Basankusu geschickt, wenn dort wenigstens fünf Kranke gefunden werden. Christiane kann aber doch nicht mal eben schnell vier andere Kinder anstecken, um selbst Hilfe zu bekommen.
Richard bittet uns, doch mit ihnen für klein Christiane zu beten.

Viele Grüße, Peter und Elisabeth.

Freitag, 27. September 2013

Kongopost 76

Richards schöne Enkelkinder: Kleber, Chance la vie, Christiane, Daida und daneben Oma Nanella.
Richards Kommentar zur Lage:
Wenn ein Mensch ohne Kinder leben muss, lebt der knapp am Existenzminimum. Wenn er aber ohne Enkelkinder lebt, ist das ja gar nicht auszuhalten.
Ohne meine Enkel wäre es hier so still wie auf dem Friedhof und ich wüsste manchmal gar nicht, warum ich überhaupt nach Hause gehen soll.
In anderen Ländern hat man Geld und Autos und hohe Häuser, was ist das aber gegen solche Enkelkinder, die dauernd etwas anrichten und erfinden?
Jetzt sind die Großen besonders stolz, weil sie alle in der Schule versetzt worden sind.

Aber am Sonntag im Kindergottesdienst haben sie wohl Testfragen gelernt:
„Opa Richard, ist Gott wirklich so stark, dass er alles kann?“
„Ja sicher, Gott ist doch allmächtig!“
„Dann fragen wir dich jetzt aber auch, warum er denn den Teufel immer noch lebendig auf der Erde rumlaufen lässt.“
Nächste Frage: „Kannst du denn wenigstens mal dafür beten, dass Gott ihn endlich totschlägt?“

Das Problem ist uralt und ganz neu und nicht zu klären.
Ich brauche also Bedenkzeit, denn wenn ich hier der Opa bleiben will, muss ich eine weise Antwort finden.
Kann mir vielleicht in Deutschland jemand helfen, eine brauchbare Antwort zu finden?
In der Bibel steht eine uralte Geschichte. Gott hatte den Menschen, die sich mit der Schlange eingelassen hatten, gesagt: „Die Schlange wird euch in die Hacken beißen, und ihr sollt ihr den Kopf zertreten!“
Ich weiß nicht, wie ich das nun den Kindern erklären soll, aber es scheint unsere Grundaufgabe zu sein, zeitlebens das Böse bei uns zu bekämpfen.
Das Biest scheint aber mehrere Köpfe zu haben, und wenn man meint, endlich mit einem Kopf fertig zu sein, hat schon wieder der nächste gebissen.
Ich hatte ja schon mal die Hoffnung ganz verloren, bis ich mich dann mal an Jesus gewandt habe. Der hat echt geholfen und wird auch noch weiter helfen müssen.
Botikala malamu (Es soll euch gut gehen).
Ich Richard Iyema.

________________________________________
Schreib deine klugen Antworten erst mal an: gohlep (ät) web (.) de

Donnerstag, 26. September 2013

Leerung des IRREALen Postfachs

Herr Georgia möchte wissen, wie ich als Statistikfreund zum Irrealis stehe, zum Hättse und Wärste.
Ich als Statistikfreund, da fängt es schon an.
Da ich der Statistikfreund bin -- wie sollte ich eine andere Meinung vertreten als meine und dann von ihm aufgefordert explizit zu meiner eigenen zurückkehren?
Hönnsema, Herr Georgia, dat ging ja mal wieder um drei Ecken, he?

Der Leser, der mit dem Begriff Irrealis nichts anfangen kann (nicht jeder Vorgartenbesucher ist so eine umfassend gebildete Gesamtkoryphäe wie Herr Georgia, was auch gut so ist), wende sich bitte an Tante Wiki.

Mit dem Vorgarten ist es aber häufig so wie mit dem DFB-Pokal, er hat eigene Gesetze.
Der Irrealis heißt bei uns "vorgärtlicher Irrealitiv" (und das tolle daran ist nicht nur, dass der Begriff mit v anfängt und genauso auch aufhört).

Der Irrealitiv ist ein gern und häufig verwendetes Stilmittel in der vorgärtlichen Kommunikation.
"Wärest du früher nach Hause gekommen, hättest du auch noch Kartoffelauflauf bekommen."
Auf deutsch gesagt: "Pech für dich, ich hab alles aufgegessen."
Letzteres ist aber kein Irreal, sondern ein einfacher sachlicher Hinweis. Möglicherweise gewürzt mit etwas Schadenfreude, dann schon nicht mehr ganz so sachlich.

Gestern Abend hatte die Vorgärtnerin folgenden SMS-Dialog, denn es gibt Leute in ihrem Umfeld, die sie auch für so eine Gesamtkonifere halten, allemal was Wald, Feld und Wiesen (und fast alle anderen Bereiche des täglichen Lebens [und auch sonst]) betrifft.
Die Vorgärtnerin tritt in rot auf. Das Blaue ist also der hier nicht näher definierte Gesprächspartner.
Was bitte ist das für ein Gewächs? Bin eben im Wald drüber gestolpert.
Tja, ich würd sagen, es ist ein Baum.
ma ehrlich, ungemein hilfreich ist bei sowas ne nahaufnahme von Blatt und Rinde. außerdem, wenn ich schon alles wüsste, würde ich nicht bei Firma K. Preisschilder kleben.
das könnte die selbe Art sein, war aber an einem anderen Gewächs dran.
bist du im botanischen Garten?! das ist jedenfalls nix heimisches. ich frag morgen mal die Kollegen.
nein, Wanderung durch die Natur. Zwischen Karlsruhe und Pforzheim.
Könnte es ein Walnussbaum sein? Die Blätter haben die Form
Walnüsse sehen aber in jedem Stadium ihres Daseins anders aus...ich frag morgen mal und sags dir dann. [...usw...datenschutz]

Der vorgärtliche Irrealitiv sagt nicht: "wenn dies wäre, wäre auch das", sondern meist eher "wenn dies wäre, wäre das schon gar nicht", es ist also die sich einschließende Verneinung.

Ich kann die hier gestellte Frage
also mit einem klaren "JA" beantworten.
Ja, ich stehe zum vorgärtlichen Irrealitiv.
Was anderes bleibt einem hier auch nicht übrig.

Mittwoch, 25. September 2013

wichtig

Diesen Beitrag will ich schon seit etlichen Wochen veröffentlichen, immer ist mir was anderes eingefallen oder es hat nicht zu meiner Tagesverfassung gepasst oder andere Dinge schienen mir wichtiger.

Aber was kann wichtiger sein als das?
----------------------------------------------------------------------------




Ich habe dich je und je geliebt, ich habe dich zu mir gezogen aus lauter Güte.


alles andere
ist
am Ende

unwichtig.

ungerecht

Eine Kollegin, die genau das selbe arbeitet wie ich, kriegt einen Euro mehr pro Stunde.
Heute ist das aufgefallen, als ich drum bat, wieder 20 Stunden pro Woche arbeiten zu dürfen, damit ich meine 450e-Stelle voll kriege, da meinte sie, nein, 60 Stunden im Monat reichen doch?
Zwischen meiner Kollegin und mir ändert das nichts, aber ich frag mich jetzt, warum unser gemeinsamer Arbeitgeber solche Unterschiede macht.
Den Arbeitgeber kann ich das nicht fragen -- ich trau mich nicht: er könnte sagen, wenn dir das nicht reicht, brauchst du nächsten Monat nicht wiederkommen.

Montag, 23. September 2013

Der Fluss

Zu allererst ist eine Definition nötig.
Fluss ist ja im allgemeinen jegliches Fließgewässer, das größer ist als ein Bach.
Aber die Übergänge, ab wann der Bach Fluss genannt wird, sind (man verzeihe mir das Wortspiel) fließend.

Für mich ist ein Fluss ein solches Fließgewässer, auf dem Schiffe verkehren.
Kleine Flüsse sind für kleine Schiffe geeignet, also Kanus und so weiter.
Auf großen Flüssen verkehren große Schiffe. Binnenfrachtschiffe, ums genau zu sagen.
Nach dieser Definition war der erste kleine Fluss, mit dem ich zu tun hatte, die Wupper, und der große Fluss hieß natürlich Rhein.
Der Rhein bei Leverkusen, wo er eine mittlere Breite von 280 bis 300 Metern hat.
Folglich maß ich an Rhein und Wupper, ob ein Fluss groß oder klein ist.

Das erste Flusserlebnis, das diese Bemaßungen gründlich in Frage stellte, war der einjährige Aufenthalt in Hamburg.
Am unteren Ende des Jenischparks, wo ich mich gerne am Ufer herumgetrieben habe, ist die Elbe etwa 500 Meter breit.
Der wesentliche Unterschied zwischen Elbe und Rhein fiel mir gleich am ersten Tag auf. Ich kam von Norden an den Fluss, da hätte er ja nach rechts fließen müssen. Tat er aber nicht, er floss nach links. Stromaufwärts. Oder war ich von Süden gekommen?
Dass die Elbe in Hamburg gezeitenabhängig ist, erfuhr ich wenig später.

Schau, was im Urlaub mit meinem Tellerrand passiert ist.
zehn Minuten sind wir schon unterwegs, aber die Fähre hat noch nicht die volle Geschwindigkeit aufgenommen.
Ein Mitreisender erklärt mir, welcher der Knubbel am Horizont das AKW von Brunsbüttel ist. Ich habe aber nicht sehr gut aufgepasst, ich weiß es nicht mehr. Es gab Wichtigeres zu bestaunen.
Richtig, seit nunmehr drei Wochen ist das das Titelbild. Es zeigt die Elbinsel Rhinplate in südlicher Richtung. Sie ist mehr lang als breit.
Ein Schiff der Fähre Glückstadt-Wischhafen. Nie zuvor war ich auf einer Fähre, die vier Fahrzeugreihen nebeneinander hat.
Es dauerte 36 Minuten, vom schleswig-holsteinischen Elbufer ans niedersächsische zu gelangen.
Der Fluss ist hier unfassbare dreieinhalb Kilometer breit und ich kriege immer noch eine Gänsehaut, wenn ich an dieses überwältigende Erlebnis denke.

jewählt is jewählt

Obiger Ausspruch geht auf unseren ersten Bundeskanzler zurück, Herrn Konrad Hermann Joseph Adenauer. Das soll er nach einer Wahl mit sehr knappem Ausgang gesagt haben.
Die zurückliegende Wahl war nicht knapp, außer du gehörst zu den Parteien, die knapp an der Fünfprozenthürde gescheitert sind.

Ich bin seit gestern Mittag mehrfach gefragt worden, was ich denn jewählt habe, und jetzt kann ichs ja sagen.
Aus Gründen meines familiären Umfeldes und meiner demokratischen Überzeugung war es mir unmöglich, nicht zur Wahl zu gehen, Stichwort Frauenwahlrecht.
Aus Gründen der Tatsache, dass ich in erwähntem familiären Umfeld früh dazu erzogen wurde, selbst zu denken und eine politische Meinung zu entwickeln, war es mir ebenso unmöglich, die Werte einer Partei zu unterstützen.
Ergo habe ich einen ungültigen Zettel abgegeben (und befinde mich damit in bester Gesellschaft, wie sich immer mehr herausstellt). Ich werde mich also in Zukunft nicht über die jewählte Politik aufregen dürfen -- ich hab nichts dagegen getan.
Die Rubrik Polli + Tick wird das tun, was sie sehr lange getan hat.
Ruhen.

EBEW 45

EBEW-Lexikon
Wahrscheinlich ist es einfach. Macht aber nix.

Samstag, 21. September 2013

nachts mit dem Besenstiel

Die Tasten sind so groß, die kann man auch nachts mit dem Besenstiel treffen, sagt meine Mutter, als sie von dem neuen Handy berichtet, das Vatter gekauft hat.

Meine Eltern! Ein neues Handy! Mit Kamera! Selbst gekauft!
Ich werd verrückt
oder ich bins schon.

__________________________
hier nun auch ein Bild vom alten Handy. Man könnte es ins Museum geben.

Gezwitscher aus der Laube (oder: die Meise unterm Pony)

SF beim Fischefüttern:
Konzentriert euch, Fische! Wo bleibt denn hier die Schwarmintelligenz?!

Der monatliche Rentenbetrag liegt aktuell bei 60,47 €.
Das macht auf 31 Tage 1,95 €.
Bei 30 Tagen sind es 2,02 €
Hat der Monat nur 28 Tage, kann ich sogar 2,16 € pro Tag ausgeben.
Ich wär dann für ein Jahr voller Februare!

Raumsonde Voyager hat das Sonnensystem verlassen.
FV: Was tut sie nun da draußen?
SF: Die Antwort liegt irgendwo da draußen.
FV: Nein, die Antwort ist 42.
SF: Was ist los jenseits des Sonnensystems? Ist es wüst und leer?
FV: flieg hinterher, bau ein paar rechte Winkel und räum auf.

FV hat im Internetz gestöbert. Fundstücke:
Der Film zum Freakstock 2013.
Der Film zum Freakstock 2012.
An dem wird sich noch eine Weile jeder FS-Film messen lassen müssen.
SF: Wolldeckenfreak, der den FS2013-Film gemacht hat, hat noch mehr gefilmt. one summer in germany. Ich find ja, unser Sommer war ein bisschen plötzlich vorbei.
FV: Kein Wunder, bei der Regierung!
SF: na, aber es liegt doch nicht alles immer an der Regierung.
FV: an wem denn sonst?
SF: Neulich hast du die Regierung noch aufgefordert, schöneres Wetter zu machen und dann wurde es schön.
FV: Ja muss ich denn etwa immer den Petitionsausschuss des Bundestages anrufen, bevor sich da was ändert?
SF: Kein Wunder, wenn du sie nicht wählst!
FV: hör bloß auf....

SF: Schreib doch noch mal was Lustiges!
FV: Schreib doch selber mal was Lustiges!

Wenn Fliegen hinter Fliegen fliegen, fliegen Fliegen Fliegen nach.
Seit meinem Urlaub wird die Wohnung besetzt gehalten von Horden von winzigen Fliegen.
Seit meiner Rückankunft haue ich sie platt.
Irgendwann, finde ich, sollten dann auch mal alle platt sein. Wo kommen die denn bloß alle her? Und was wollen sie hier? Ham die kein Zuhause?
SF: Wenn du so "Ham die kein Zuhause" sagst, muss ich immer an Mambo denken.

Vorgärtnerinvatter:
Morgens, wenn der Wecker rappelt
der Vatter aus dem Bette krabbelt*
und mit Donnern und Getose
steigt er in die Unterhose
(*= die Sachsen kennen es, das harte und das weiche B. So eins ist hier einzusetzen.)
Apropos Wecker. Meiner klingelt um 6:40 ...... ....... .......

Neues aus der Statistikbundesliga:
der BVB hat die erste zweistellige Tordifferenz der Saison. Aktuell steht es 16:4

Donnerstag, 19. September 2013

Sie haben Post!

Heute in meinem Briefkasten:
Plaisir. Der neue Peugeot 308 bewegt die Sinne.
Einkauf aktuell mit dem Fernsehprogramm und folgenden Prospekten
_ toom
_ Penny
_ Poco Einrichtungsmärkte
_ Dänisches Bettenlager
_ Kodi
_ Real
_ Max Bahr
Werbung vom WingTsun-Zentrum im Ort, extra Werbung für den Kurs "Selbstbehauptung für Kinder"
Go for Hyundai. New thinking. New possibilities.
Frau Merkel lädt ein, das Kreuz am 22.9. bei der CDU zu machen.
Herr Brüderle lädt ein, das Kreuz am 22.9. bei der FDP zu machen.
Die Mecklenburgische wirbt für die neue Verkehrsunfallversicherung ab 1,99 pro Monat.

Eins nach dem anderen.
Ich habe meine Automarke gefunden.
Peugeot, Hyundai

Meine Wohnung ist komplett eingerichtet.
Dänisches Bettenlager, Max Bahr, Poco Einrichtungsmärkte

Ich kaufe woanders ein.
toom, Penny, Kodi, Real

Ich bin schon sportlich. Kinder habe ich nur leihweise.
WingTsun-Zentrum

Das Fernsehprogramm erfahre ich im Internet.
Einkauf aktuell mit dem Fernsehprogramm

Mein Kreuzchen habe ich schon gekreuzt
Frau Merkel, Herr Brüderle
Ach übrigens, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, Herr Koalitionspartnerparteivorsitzender!
Sie kümmern sich nie um mich, Ihre Politik hat nichts mit meiner Lebenswirklichkeit zu tun. Warum sollte ich Sie wählen, bloß weil Sie mir ausnahmsweise einen Brief schreiben?

Über die Versicherung denk ich mal nach...

Ach ja, und eine EINLADUNG vom Arbeitsamt war auch dabei, ich solle mich am Tag X zu Uhrzeit Y im Raum Z einfinden und eine aussagekräftige Bewerbung nebst Lebenslauf mitbringen.
Sollte ich den Termin ohne Entschuldigung verstreichen lassen, drohen mir, siehe Rechtsfolgenbelehrung, blablablakotzgöbel.
Wieso denk ich bei solchen Einladungen immer, das Wort VORLADUNG wäre so viel passender?

Schreib mir doch mal was Nettes. 
Ansichtskarten. 
Freundschaftserklärungen. 
Gedichte. 
Liebesbriefe. 
Eine kurze Abhandlung übers Lieblingsbuch. 
Fotos von der Blütenpracht im heimischen Balkonkäschtle. 
Dein schönstes Urlaubserlebnis. 
Es gibt so viele schöne Dinge, mit denen du meinen Briefkasten füllen könntest.

Mittwoch, 18. September 2013

Ich klebe Preisschilder auf Blumentöpfe.

Bei einer Begegnung auf meiner Reise werde ich gefragt, was ich in dem Gartencenter zu tun habe, in dem ich arbeite.
Ich klebe Preisschilder auf Blumentöpfe.
Das stelle ich mir ja ziemlich entspannt vor.
Dann stellst du es dir falsch vor.

Wie ich schon andernorts bemerkte, handelt es sich um ein großes Gartencenter. Richtig groß. Das heißt, man kann viele Pflanzen verkaufen.
Das heißt auch, man muss sich nicht auf drei Sorten beschränken, sondern kann richtig viel anbieten.
Im Idealfall tummeln sich viele Kunden unter unseren Glasdächern.
Das heißt, man sollte von den vielen Pflanzen ein paar auf Lager haben, damit es immer genug zu kaufen gibt und der Kunde eine gute Auswahl hat.
Das heißt, es geht viel Ware durch den Wareneingang und meine Abteilung.

Lieferungen kommen immer Mittwochs früh, Freitags früh, Freitags spät, manchmal aber auch an anderen Tagen. In einen großen LKW passen so an die 40 Karren. Manchmal ist er voll und alles ist für uns, manchmal wird nur ein Teil abgeladen, dafür kommt später noch ein anderer Lieferant.
Letzte Woche hab ich mal das Lager geknipst, wie es aussieht, wenn ich an einem normalen Tag morgens hinkomme. Dazu die Gedanken, die ich dann so habe.

Erste Reihe.
Wer hat denn den Hubwagen abgestellt, wo keiner hingehört? Auf dem dritten Karren von rechts kleben schon Preise, das muss Kollegin P gewesen sein, sie war am Vortag hier.

Zweite Reihe.
Lauter so Kleinkram. Wer soll bloß all die Kalanchoe kaufen? Auf der Liste meiner zehn unbeliebtesten Pflanzen rangiert das Kalanchoe ziemlich weit oben. Erstens ist es hässlich, zweitens muss man es aus der Folie auspacken und dann braucht es viel mehr Platz auf der Palette. (Und der ganze Müll!) Und drittens ist es hässlich.

Dritte Reihe.
Zum Glück gibts viele Lücken. Wenn ich die Pötte geschickt sortiere, krieg ich schon davon eine halbe Reihe leer.

Vierte Reihe.
Calluna steht auf der Kassenliste. Da muss ich nichts machen, außer sie umpacken. Und den Bambus holt sich die Baumschule so ab. Aha, der kleine Kugel-Buxus aus der Werbung.

Fünfte Reihe.
Noch mehr Buxus (3. Karren von rechts). Ansonsten viel Kassenliste.

Sechste Reihe.
Au weia. Damit werd ich nie heute fertig.

Siebte Reihe.
Die Folien müssen runter, sonst gammelt es drunter zu schnell.

Und im Gang müsste ich auch mal aufräumen. Wer hat denn den Karren da abgestellt? Ist das zuviel verlangt, die Sachen gleich wegzuschmeißen? Wetten, die sind nicht mal abgeschrieben?

Den Computer hat gestern keiner ausgemacht. Und der Drucker brummt auch die ganze Nacht.
Mannmannmann. Muss das denn sein? Alle reden vom Stromsparen, und hier?

Erst mal Platz schaffen, damit ich mit der Arbeit anfangen kann.
Auf den weißen Zetteln stehen Artikelnummer, Menge und Preis, was ich brauche, um das Preisschild auszudrucken. Auf dem Preisschild stehen dann ebenfalls Preis, Artikelnummer und der EAN-Code. Artikel aus der Werbung kriegen einen Aufkleber ohne Klarpreis, denn nach Ende der Werbung kosten sie wieder mehr und so muss man sie nicht erneut auszeichnen.

Spätestens um halb neun stehen mir die Kollegen auf den Füßen, diese und jene Partie ist ganz wichtig, kannst du dir die vielleicht als erstes vornehmen?
Manchmal lasse ich mir von ihnen eine Reihenfolge machen, manchmal habe ich keine Lust (das hängt u.a. von meiner Laune, der Nachtlänge, den Kollegen und allerhand anderen subjektiven Faktoren ab) und sage nur, dass ich vorne anfange und irgendwann hinten angekommen sein werde, oder vorher Feierabend habe.
Karren mit Großpflanzen sind natürlich beliebter als die mit dem Kleinzeug, weil ich da viel schneller fertig bin.
Um oben genannte Dickblättrigen arbeite ich auch gerne mal einen ganzen Tag herum. !Zufällig! ist dann auf einmal keine Zeit mehr für sie.

Heute war alles ganz anders.
Gestern hatte jemand die Bestellung abgesagt und die Info nicht weitergegeben und so standen Kollegin P und ich heute früh im leeren Lager.
Nix zu tun? Wir gehen einen Kaffee trinken und fahren wieder nach Hause!
Nix da! Ihr bleibt hier! Ihr könnt den Keller aufräumen!
Was soll denn das bringen? Wir räumen da auf und schaffen Platz, damit die ganzen faulen Kollegen ihren Mist wieder abstellen können, wo er nicht hingehört?
[...]

_____________________________________
Aus Datenschutzgründen sind die Fotos teilweise etwas verunschärft.

Dienstag, 17. September 2013

Opel ist gerettet!

Nämlich dieser.
Foto vom 05.03.2013, 18:04
Neue Bremsen gibts und dank einiger Schweißarbeiten auch vorgezogenen TÜV. Und leisten kann ich es mir auch noch. (Es gibt einen Unterschied zwischen etwas bezahlen können und es sich leisten können!)
Ich bin so erleichtert.
Nicht nur, weil ich keine Lust hatte auf eine weitere Kaltundnassjahreszeit ohne Auto.
Ich geh Cantuccini backen und dabei cantare.

sind fünf Wochen weniger als ein Monat?

...oder warum macht Blogger da so einen Unterschied draus?

Montag, 16. September 2013

Regalremis

Wie der Sängerkrieg der Heidehasen ausgegangen ist, kannst du im Internetz oder am heimischen Tonabspielgerät erfahren.
Der Regalwettstreit endete schiedlich-friedlich, wie man das so schön sagt.
Zuerst war ich klar in Führung, weil ich ja auch viel eher angefangen hatte, aber der SF hat rasend schnell aufgeholt, unter anderem, weil er gar nichts zu leimen hatte.
Was ihn dann sehrsehr zurück geworfen hat, ist die Tatsache, dass man eine 5mm starke Kordel nicht durch 4mm-Löcher bekommt. Er hatte es vorher ausprobiert, aber mit einem Loch; nicht mit 48 Löchern. Das macht der Strick nicht lange mit.
Während ich vorhin den zweiten Anstrich aufbrachte, ist er noch schnell zum Obi gedüst, um Holzklammern zu kaufen, denn ich mochte keine bunten Kläschewammern im Flur haben.
Langer Schreibe kurzer Sinn, hier sind die angekündigten Höhenflüge der Innenausstattung.
Das Bild wirkt so wahnsinnig weiß, weil alles weiß ist. Die Regale waren natürlich leer, als wir sie anbrachten. Inzwischen ist sogar die Badezimmertür wieder da, wo sie dem Namen nach hingehört.

Neben dem friedlichen Ende des Regalstreits ist diese Geschichte aber noch mehr.
Ich wohne heute genau 320 Tage in dieser Wohnung und ZWEI Provisorien sind beendet worden. Ich glaub sogar, es waren die letzten.
In den anderen Wohnungen habe ich mich immer irgendwie mit den Gegebenheiten arrangiert oder die Übergangslösungen kultiviert, bis sie als "normal" galten -- oder ich war ohnehin schon wieder am Kistenpacken.
Das hier ist Sesshaftigkeit. HURRA!!

__________________________________________________
regal1:
Es ist einzigartig! Es braucht kaum Platz! Es ist höhenverstellbar! Es bietet SECHS Paar Schuhen eine Heimat!
"Ich muss sie putzen", stelle ich fest, als ich die schwarzen Schuhe auf Augenhöhe vor mir sehe
Das hat er schön gemacht, der Wäscheklammernfreund, he?
regal2:
Unten am "Fuß" habe ich das Holz doppelt geleimt, es ist dick genug, um bei Bedarf ein paar Haken hineinzudrehen.
Das Schuhputzzeug werde ich auch noch hineinräumen. Bislang steht es weitweitweg im Keller und wurde folgerichtig in den letzten 320 Tagen keinmal genutzt.

Sonntag, 15. September 2013

Psalmkultourschnipsel

Beim Schreibtischaufräumen finde ich die Notizen von der Psalmkultour, 22.6.2013 in Bochum. Teils habe ich aufgeschrieben, was die Referenten sagten, teils haben ihre Worte auch eigene Gedanken angestoßen.

GLAUBE beschäftigt sich nicht mit der Frage: Gibt es einen Gott?
sondern: ist er mit uns?

Jes 52,7
Math. 1,23

Du brauchst kein Wissen über Gott.
Du brauchst Beziehung.

- Bekenntnis
- Begegnung
- Gottes Wirken
- Wachstum 

Intimacy = into me see -- lass mich in dich sehen

Wem dient der Gottesdienst?

Gott ist ein Verb -- er geschieht

Das Wahlrecht in Deutschland

Wenn heute Bundestagswahl gewesen wäre, wärst du hingegangen?
Hättest du Gebrauch gemacht von deinem Wahlrecht?

Das Wahlrecht ist wertvoll.
Viele Menschen haben ihr Leben gelassen, um es zu errichten.
Demokratie gibt es in Deutschland zwar "schon" seit 1848, das Wahlrecht für alle volljährigen Deutschen -- also auch Frauen -- aber erst seit 1918.
Mit Machtergreifung der Nazis wurde das natürlich rückgängig gemacht.

Ich habe im Internetz einige gute Artikel zu Demokratiegeschichte und Frauenwahlrecht gefunden, aber lies das bitte selbst, du bist schon groß, ich muss das nicht alles vorgartenfreundlich aufbereiten und mit Witzchen würzen.

Solltest du trotz der massiven Wahlplakatierung in unseren Straßen und der TV-Duelle und der Wahlkampfauftritte aller Lager in allen Fußgängerzonen und des ganzen parteipolitischen Tschingderassabums noch nicht wissen, wen du wählen sollst, nutze den Wahl-o-mat, der nicht von Parteien gesponsert ist und der auch keine Wahlempfehlung abgibt, sondern ein Informationsangebot über Wahlen und Politik darstellt.

Ich habe ihn genutzt und er hat mir wenig überraschend geraten, die Partei zu wählen, die ich auch bei der letzten großen Wahl gewählt habe.
Nach seinem Ergebnis habe ich dann immer noch die Wahl:
folge ich dem Rat oder gebe ich im Wahllokal einen leeren oder mit Mehrfachkreuzen ungültig gemachten Zettel ab?
Das bleibt jedem selbst überlassen.
Ich gebe ebenfalls keine Empfehlung ab, bis auf die:
Geh wählen!
Das ist dein Recht!
Nutze es!

Samstag, 14. September 2013

die Total-Regal-Phase

Alles ist regal in der Total-Regal-Phase im Vorgarten.
Bis auf eine Sache.
Wer wird schneller fertig?
Frau Vorgarten und ich sägen, bohren, leimen, schleifen und lackieren um die Wette.

Ich wollte das ideale Schuhregal eigentlich teakfarben beizen, aber sie hat darauf bestanden, dass es weiß lackiert wird. Weil es in ihrem Flur hängen soll, habe ich nachgegeben.
Ich bin ja gar nicht so!
Aber ich werde gewinnen. Ganz sicher.
Fotos werden !selbst-ver-ständlich!! nachgereicht.

Freitag, 13. September 2013

is wat arch still hier

Statistikfreund: Was isset?
Frau Vorgarten: Arch still.
[im hiesigen bergischen Regionaldialekt sagt das: "es ist ein bisschen still hier". Wörtlich übersetzt.]
Aber das kannst du ja nicht mit ch schreiben.
Warum sollte ich nicht können?
Weil das mit g geschrieben wird. Arg. Du regst dich immer auf, wenn einer so arg mit der Rechtschreibung umgeht. Aber selber!
Genau, aber selber. Ich darf das, denn die Titelzeile ist ja nichts für Buchstaben, das wird nur gesagt und nicht geschrieben.
Da hast du es aber geschrieben.
Na komm, ist jetzt auch egal. Und egal wie du es schreibst oder nicht schreibst, es stimmt ja: arg still wars hier in den vergangenen Tagen.
Und das alles nur, weil die Fritzbox ein Kennwort wollte, das niemand kennt.
Und das sogar dir nicht auf Anhieb eingefallen ist.
Aber jetzt haben wir es ja zum Glück wiedergefunden und alle freuen sich: Fritz, weil er wieder boxen kann, du, weil du wieder vorgärtnern kannst, ich, weil ich ... ähm, da mag ich grad nicht so ausführlich werden.
Niemand zwingt dich! Freie Fahrt für freie Bürger!
Hurra! ... was hast du gemacht während der letzten drei Tage ohne Internet, Emailslesen, Bloggen und so weiter?
Ich habe endlich angefangen, mein Badezimmerregal zu bauen. Das Holz stand ja schon einen Monat in der Bude rum, und der Mann im Haus hats nicht getan, als ich in Urlaub war.
Mann im Haus, ja! Jetzt wo du es sagst, da fällt es mir wieder ein!
Dir fällt gerade wieder ein, dass ich dich darum gebeten hatte?
Nein, mir fällt gerade wieder ein, dass ich noch über ein anderes Regal nachgedacht habe. Ein Schuhregal für den Flur!
Wo in diesem winzigen Flur willst du ein Schuhregal unterbringen? Der ist doch gerade mal...ähm...
An der längsten Stelle 180 x 70 cm groß, enthält vier Türrahmen zwischen 87 und 66 cm Breite und einen Winkel vom Schornstein.
Genau.
Siehst du, und für diese räumlich begrenzten Möglichkeiten habe ich mir das ideale Schuhregal ausgedacht.
Sodass man dann hinterher nicht mehr über Schuhe am Boden stolpert, sondern über ein Regal klettern muss, das womöglich das mehr als spaltbreite Öffnen der Wohnungstür verhindert? Äußerst hilfreich.
Du könntest dir immerhin mal meine Zeichnung ansehen.
Ach, du hast schon eine Zeichnung angefertigt? Auch schon Holz und Schrauben und Dübel und so weiter gekauft?
Nein, ich wollte ja erst abwarten, was du so dazu sagst.
Sehr weise!
Geschickter ist übrigens, wenn du --
Lass mich mein Regal bauen und bau du deins. Das Holz hat hier wochenlang rumgestanden und du hast dich nicht drum gekümmert, also misch dich jetzt bitte auch nicht ein!
Hoppla, Frau Vorgarten! Man wird doch mal --
Nein! Ich will nichts hören, ich bin schon fast fertig und bis jetzt hat es gut geklappt!
Aber man braucht doch keine 27 Arbeitsschritte, um ein Regal mit drei Böden zu bauen! Für sowas da gibt es Schraubzwingen! Und meinst du nicht, dass es ein bisschen überdimensioniert ist? So viel Zeug hast du doch gar nicht.
Ich will nichts mehr hören!!
Aber du hast doch --
NEIN!!!

Gehen Sie weiter. Hier gibt es nichts zu sehen. Und so "arg still" ist es ja auch nicht mehr.

Montag, 9. September 2013

was mich nervt und was mich bestätigt

Der dritte Weiterbewilligungsantrag in Folge ist verbummelt worden.
Ich habe kein Geld bekommen, mein Konto ist nur dank der Zahlungen von Firma K. nicht total zusammen gebrochen. Bis jetzt. Wir befinden uns noch im ersten Drittel des Monats.
Am Anfang der Weiterbewilligungsantragsverbummelungen stand mein öffentliches Bekenntnis (nicht nur hier), auf Schwarzarbeit verzichten und mich auf die Versorgung Gottes verlassen zu wollen.
Ich. bleibe. bei. meinem. Standpunkt. PUNKT

Allerhand am Allerstrand

Die Aller ist ein überwiegend schiffbares Gewässer.
Sie ist flach, kurvig, hat im Oberlauf einige Schleusen und ist oberhalb Celle nicht mehr für Motorboote zugelassen.
Bis vor ein paar Jahrzehnten verkehrten noch Binnenschiffe auf ihr.

Bevor ich mit ihr in Kontakt geriet, wusste ich nur, dass sie ein Fluss ist, der irgendwo in Niedersachsen rumfließt und auch durch Verden kommt, denn die Stadt heißt ja auch Verden/Aller.
Die Kirche von Westen bei Dörverden bei Verden/Aller
(Der Name trügt. Westen liegt im Süden von Verden)
Die Riefen im Sandsteinfundament des Kirchturms rühren angeblich daher, dass die Ritter vor Betreten der Kirche ihre Schwerter stumpf schlagen mussten (sie durften nicht mit scharfen Waffen in den Godi) und sie hinterher wieder geschärft haben.
In Westen ging die Landratte an Bord der MOLLE.
Bei der Lokalzeit OWL vom WDR kannst du noch ein paar Tage ein Filmchen sehen, in dem die MOLLE auch kurz zu sehen ist.

Der erste Tag auf der Aller war fies. Es war kalt und nass und windig. Zudem war die Strömung stark und wir sind vorsichtshalber immer in den Außenkurven gefahren, um nicht auf den reichlichen Sandbänken aufzulaufen.
Die Molle hat eine Kajüte, in der ich aber miserabel geschlafen hatte. Und so ein Festländer ist ja auch das Wellenschaukeln nicht gewöhnt. Da wird jeder Landgang zum Wagnis. Schwanke ich oder schwankt der Boden?

Wir machten Halt in Rethem.
Rethem wird von einer Bundesstraße in zwei Hälften geschnitten.
Die Restaurants hatten Ruhetag, öffneten erst später oder hatten ihr Geschäft aufgegeben, aber die Leuchtreklame noch nicht abgenommen. Immerhin war eine Imbissbude für uns da.

In Rethem fand ich trotz allem eine Sparkasse, was gut war, weil ich mein letztes Geld für die Fahrkarte von Bremen nach Dörverden ausgegeben hatte.
Der Besuch im Geldinstitut war kurz und ernüchternd, wie es eben ist, wenn man eine größere Summe erwartet und eine unter 15 Euro vorfindet.
Da wird so eine Reise dann zum Wagnis -- ohne Geld, mitten in der niedersächsischen Einöde -- tja, was machste da?
Ich habe gehofft, nicht ausgesetzt zu werden.

Abends machten wir in Hodenhagen fest.
Mein mitreißender Mitreisender erklärte unaufgefordert jaja, die Klugscheißer..., dass der Ortsname nichts mit Hoden zu tun hat, (der heißt auf plattdeutsch Klöte und kommt selten in der Einzahl daher), sondern mit hüten. Hagen ist der Wald. Demnach wurde im Wald gehütet.
Alles klar.
In Hodenhagen war es noch ungemütlicher, schließlich waren wir gründlich durchgefroren und angefeuchtet.
Wir erkundigten uns nach einem Restaurant und kehrten im "Café am Deich" ein, das ich hiermit wärmstens empfehlen möchte. Erst recht an einem kalten Tag. Sehr lecker, sehr angenehm. Wir blieben bis Geschäftsschluss um 10 und krochen dann in die Koje.

Weil das nächsttägige Wetter nicht hübscher war als das vom Vortag, blieb ich liegen. Ich hatte auch mal wieder nicht sehr gut geschlafen.
Wir waren etwa eine Stunde unterwegs, als ein starker Stoß das Schiff erschütterte. Wäre Platz gewesen, wäre ich aus der Koje gefallen.
"Sandbank", stellte der Kapitän fest.
Wir steckten mitten in der Leinemündung fest. Die Leine fließt da nicht in die Aller, sondern in einen Kanal, der ein paar Allerwindungen abkürzt und mittels einer Schleuse einen Höhenunterschied (und ein Wehr) überbrückt. Kuckstu.
Hinten die Leine, nach rechts aus dem Bild fließend, vorne der Verbindungskanal.
In der Mitte zwischen beiden ein heller Streifen, da sind die Untiefen.
Die Leine hat im Laufe des letzten Hochwassers eine Menge nichtwässrigen Flussinhalt bewegt, erfuhr ich.
Ich zog mich an, um die Lage zu betrachten.
Gleich darauf durfte ich mich wieder ausziehen, also partiell, denn was ist dran an der Redensart "Der Kapitän geht als letzter von Bord"?
Das heißt, dass die Passagiere fürs Losschleppen des Schiffes zuständig sind!
"Das Wasser ist ganz warm", sagte er.
Ich erwartete nicht viel Wärme.
Warm ist eine subjektive Empfindung, gerade wenn es um schnell fließendes Wasser oberhalb deiner Knie geht.
Ich sag dir, es war kalt.
Der Boden unter meinen Füßen war grobkörnig-sandig, das war das Gute daran. Hätte ich auf spitzen Steinen stehen müssen, wären wir da nicht so gut weggekommen.
Aber wir sind weggekommen.

Und in die erste von vier Schleusen.
Da die Aller mal mit großen Frachtkähnen befahren wurde, muss so eine Schleusenkammer groß genug sein für einen großen Frachtkahn. Da passt viel Wasser rein. Viel!
aber erst muss mal alles Wasser raus, da wir ja stromaufwärts unterwegs sind.
Dieses Foto hat sich von selbst umgedreht. Oben ist unten. Es ist ganz verwirbelt.
Wenn alles Wasser raus ist: Tor auf, einfahren, Tor zu ...
... und Wasser marsch. Wir haben in der Mitte der Schleusenkammer festgemacht. Sie ist also doppelt so groß wie hier zu sehen ist.
am nassen Streifen an der Kammerwand siehst du, wie viel Wasser noch fehlt.
Die zweite Schleuse wurde vom selben Schleusenwärter bedient, die dritte war selbst zu bedienen.
Da der Kapitän als letzter von Bord geht, rate, wer hat den Aushilfsschleusenwärter gegeben?
Ich natürlich.
So eine Schleuse zu bedienen ist nichts dolles, wenn man lesen kann.
Wasser raus,
______ unteres Tor auf,
______________ Schiff rein,
____________________ neues Wasser rein,
_____________________________ oberes Tor auf,
_____________________________________ Schiff raus.
Aber es macht unglaublich Eindruck, wenn man da steht und auf die Knöpfe drückt und Radfahrer kommen des Weges oder ein Reisebusfahrer. Man ist auf einmal Schleusenwärter und damit fast allwissend, wird sogar um Erlaubnis gefragt für Dinge, die einen gar nichts angehen.
Oberhalb der Schleusen ist die Aller aufgestaut und ergo nicht so flach und das Landschaftsbild ist auch ein wenig anders. Man fährt fast auf Grasniveau zwischen den Weiden entlang -- vor allem reichen die Weiden bis an den Fluss heran und kein Deich ist dazwischen. Die "kleine" Aller scheint früher eine Menge Verwüstung angerichtet zu haben mit ihren Hochwassern.
Vor der ersten Schleuse mündet übrigens die Böhme in die Aller.
Nebenan ist das Dorf Bosse.
Freu dich!
Wieder ist ein vormals weißer Fleck auf deiner Landkarte hellgrau geworden.

Den Rindviechern war sämtlich langweilig.
Oder es war sehr lange kein Schiff vorbei gekommen.
Das zweite von links (man kann es nicht gut erkennen) hat weiße Ohren.
Das ist sehr selten bei dieser Sorte Rind. Achte mal drauf.
Wovon ich kein Foto machen wollte und auch nicht konnte, war der Eisvogel, den wir mit dem Motorenlärm aufschreckten. Er floh nicht vom Fluss weg, sondern parallel zu uns, sodass ich ihm lange beim Fliegen zusehen konnte. Der Eisvogel ist etwas ganz besonderes, ich freu mich immer, wenn ich einen sehe.

Ich habe übrigens die ganze Zeit nach Krokodilen Ausschau gehalten und kein einziges gesichtet.
Erst später ist mir aufgegangen, woran das liegt.
In der Aller gibt es keine Krokodile, sondern nur Allergatoren.

Sonntag, 8. September 2013

live aus Buenos Aires

Ringen bleibt olympisch. Wir ringen uns Glückwünsche ab.

Gesägt im Handwerksunterricht so um 1999 rum.
Thema: zwei Leute in Aktion miteinander.
Größe 30 x 25 cm, 27 Teile plus Rahmen