Samstag, 26. September 2015

bauchpinseln

Es ist wieder Samstag, alle Tipps sind abgegeben, die Bundesliga läuft.
Aufnahme von 15:31. Sechs Minuten später sieht es schon wieder ganz anders aus. Aber ich habe Höhenluft geschnuppert und sie riecht sehr, sehr gut.
Alles ist möglich!

nicht werfen!

Ich bin in Versuchung, einen Zettel daneben zu hängen:
sondern sachte hinein plumpsen lassen.
Bislang konnte ich mich beherrschen.

Donnerstag, 24. September 2015

Der Herr Iskus

"Können Sie mir mal sagen, warum ich hier keinen Herrn Iskus finde?", spricht mich ein älterer Herr über fünf Gräber hinweg an. Er ist ordentlich gekleidet und spricht ziemlich undeutlich. Vielleicht ein Problem mit dem Gebiff.
Wahrscheinlich hab ich den Namen falsch verstanden, aber das ist egal, denn: "Keine Ahnung, ich bin von Firma W., da müssen Sie sich an die Leute von diesem Friedhof wenden."
Seine Antwort lenkt unser Gespräch in von Freundlichkeit durchleuchtete Bahnen: "Was ist denn das für eine Auskunft? Das werden Sie doch wissen?", blafft er mich an.
"Ich mach hier nur Grabpflege, ich kenne die Leute nicht. Wenden Sie sich bitte an den Kollegen in dem Häuschen, da ist gerade einer rein gegangen, der kann Ihnen weiterhelfen."
"Herr Iskus", wiederholt er, als würde das alles klären.
"Ich hab doch schon gesagt, ich kenn ihn nicht."
"Sind Sie nun Gärtner oder nicht?"
Qualifikation, papperlapapp! Hier reicht es, mit Erde am Knie im Beet zu hocken und schwupps bist du Gärtner. Die Leute wollen nichts anderes hören. Also sage ich, dass ich einer wäre.
"Ja, na und?"
"Gibts eine deutsche Richtlinie, die vorschreibt, was auf einem Grab stehen darf oder nicht?"
Sorry, ich hab den Faden verloren. Worum gehts? "Äh … was?"
"HIBISKUS!", brüllt er mich an, "Ich will wissen, warum hier kein Hibiskus auf  den Gräbern steht!"

Hibiskus? Nicht Herr Iskus?

Dienstag, 22. September 2015

Leopardenschnecke

Im Gegensatz zum Leopardenregenwurm hab ich bei ihr lieber etwas Abstand gehalten.
Sie sieht gefährlich aus. Giftig zum Beispiel.

Sonntag, 20. September 2015

Platz schaffen für Neues

Manchmal ist es ganz leicht.
auf dem rosa Zettel steht: Pflanze samt Topf zu verschenken
An das leere Regal muss ich mich jetzt erst mal gewöhnen, aber nach einem der nächsten Besuche in der Zimmerpflanzenabteilung meines Vertrauens wird da wohl ein neuer grüner Mitbewohner stehen … Der Zettel kann übrigens weg; der Chlorophyt hat seine neue Heimat gefunden.
Bei korrekter Zählung könnte ich die nächste Zimmerpflanzeninventur mit 24 am 24sten verbinden. Tu ich aber nich.

Samstag, 19. September 2015

Kongopost 91

Aller Anfang ist schwer, besonders der Schulanfang im Kongo.
Das links sind die Schulanfänger in Basengela und rechts ist die Abschlussklasse.
Vorne stehen kleine, aber hinten sind ganz große Kinder. Die werden jedes Jahr neu eingeschult. Weil sie aber keine zahlungsfähigen Eltern haben, fliegen sie nach zwei Wochen wieder von der Schule. Hoffnungslos, perspektivlos! Richard bezahlt für einige Waisenkinder Schulgeld, Hefte und später auch Uniformen. Andere Kinder versuchen Holzkohle oder so zu verkaufen, um mal lernen zu können.
Die Kirche wollte ein Waisenhaus, wie Jérémie in Mbandaka. Geld kam aus Europa, aber die Organisation brach schon bald zusammen. Da nahmen Bofonges die beiden letzten Kinder in ihrer Familie auf, obwohl sie auch ein behindertes Kind haben.
Jerry und Liane kümmern sich auch schon lange um Waisenkinder. Sonntags stellen sie schon mal ihre Schützlinge in der Kirche vor und lassen sie da für eine Kollekte singen.
Jetzt schickte Jerry dieses Foto, wie er auf dem Markt einen ganzen Stapel Schulhefte kaufte.

Wir singen: Ubi caritas et amor, Deus ibi est. = Wo Güte und Liebe herrschen, da ist Gott.
Manche Kinder schaffen den Schulabschluss. Aber danach kommen ganz neue Probleme.
Wer aber da im Urwald ein bisschen Hoffnung hat, der kann vielleicht auch was verändern. Vielleicht brauchen wir ihn nicht aus dem Mittelmeer fischen und dann hier versorgen.

Ich freue mich, helfen zu können, dass da Kinder, Einsame, Hilflose und Kranke wieder neue Hoffnung bekommen und möchte mich jetzt bei allen ganz herzlich bedanken, die ebenfalls immer wieder mitgeholfen haben. Gottes Segen wünsche ich!
Herzlich, Hans-Peter Gohl. (gohlep[ät]web.de)

Dienstag, 15. September 2015

Leopardenregenwurm*

Von wegen, Froschperspektive! Geh noch weiter runter. Finde quergestreifte Regenwürmer. Den längsten Regenwurm. Den eiligsten. Den dicksten. Den unvorsichtigsten. Den schnellsten im Lage-sondieren-und-zurückziehen.

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* = Tigerregenwurm könnte es nach dem Streifenmuster auch sein. Klingt aber nicht so gut.

Montag, 14. September 2015

Schokopudding schonungslos

Ich kann es dir nicht vorenthalten.
Das Rechtschreibprogramm schwingt sich zu immer neuen Höhenflügen auf.
Jaja, die Orts- und Flussnamen. Es gibt so viele.
Nicht dass du dich wunderst -- die hier gezeigten Beispiele stammen nicht alle aus dem selben Text.
Will mein Rechtschreibprogramm vielleicht auch fünf Euro mehr im Monat haben?
Man könnte sich davon mehr Beat leisten. Womöglich sauerländischen. Eiswörtchen. Ein Stübchen. Oderoderoder.

Und dann das hier. Das gelb markierte Wort enthält einen Tippfehler (also einen echten, es fehlt ein r zwischen b und u), und das bot mir das Schreibprogramm alternativ an.
Ich war ein kleines bisschen entsetzt. Das hat es nicht von mir gelernt!

Samstag, 12. September 2015

CCC = Curzer CatzenComic

Geknipst am 5. Juli 2013 09:42:14 und 09:42:36.
Bearbeitet geringfügig später.
Gefunden, als ich Cyclamen in der Fotosammlung suchte. Aber die sind weg. 
Hat wohl jemand zu gründlich gejätet.

Freitag, 11. September 2015

Kraut, Kraut, Kraut, Kraut!

Beim Jäten vor einigen Wochen fallen mir drei Alpenveilchen auf, die nicht von uns ins Beet gesetzt worden sind.
"Na, ihr drei, was seid ihr denn, Kraut oder Unkraut?", frage ich sie.
"Kraut, Kraut, Kraut, Kraut!", rufen sie rhythmisch und klatschen die Blättchen gegeneinander.
"Aha", sage ich, "bloß erzählt mir das ja jede Pflanze."
Entsetztes Schweigen im Beet. Mein Ruf eilt mir voraus.
"Wie wäre es mit ein paar Argumenten?", biete ich an.
"Wir … blühen", wispert die eine.
"Das tut das meiste Unkraut. Fortpflanzung und so."
"Wir sehen gut aus", versucht es das zweite.
"Gar kein gutes Argument."
Bibbern im Beet. "Wir sind ja nur wir drei."
"Und nur hier … Unkraut gibts doch überall."
"Wir stehen als Dreieck. Das kann kein Unkraut selber machen."
"Okay", sag ich und jäte drumherum.

skrienschott-kwelle
Heute treffe ich sie wieder. Die Jahreszeit ist nicht gut mit ihnen umgegangen, sie haben insgesamt noch ungefähr fünf Blüten.
Ich so: "Kraut oder Unkraut?"
Die Drei haben ihre Lektion gelernt: Argumente her, aber fix! "Kraut!"
"Der Regen ist schuld und die Hitze!"
"Wir haben Knospen!", rufen sie durcheinander.
Ich gucke unter jedes Blätterdach, und tatsächlich, sie haben Knospen. Mehr als Blüten. Man muss auch an die Zukunft denken. Ich jäte drumherum.
"Kraut, Kraut, Kraut, Kraut!", rufen sie erleichtert und klatschen die Blättchen gegeneinander.

Mittwoch, 9. September 2015

Birkendöner

Wenn du hierbei
wie ich an Döner denkst, hast du entweder zu viel Fantasie (wie ich) oder eine Menge Kohldampf. Wie ich, als ich das Foto knipste.

Montag, 7. September 2015

meine extrem scharfe Kollegin

Eine Bildergeschichte in drei Teilen.
Trittstein mit Cotoneaster, ungefähr seit sechs Sommerwochen unbehelligt
Du siehst ihr erwartungsfrohes Lächeln?
Sie weiß, was sie am besten kann. Das macht zufrieden.
Wir arbeiten seit dem 13. August zusammen (dieser Beitrag hätte also auch mit "was geschah am …" anfangen können) und ich will keine andere mehr. Den neongelben Streifen am Griff habe ich angebracht, damit ich sie auf jedem Untergrund wiederfinde.
Ich schärfe sie nach jedem Arbeitstag und erfreulicherweise hat sie bisher darauf verzichtet, mich in die Finger zu beißen. Ich weiß jedoch, sie kennt weder Freund noch Feind.

Sonntag, 6. September 2015

alles im Keller

Wenn einer die Laune im Keller hat, heißt es Abstand halten.
Wenn einer den Kreislauf im Keller hat, hilft vielleicht Kaffee, eine Mahlzeit, Bewegung oder Schlaf. Oder alles in kluger Reihenfolge.
Ich jedoch habe Ordnung im Keller.
Den Anfang davon hast du schon hier gesehen, das sind also in zerlegtem Zustand zwei Kellerregale. Damit hat das Autochen bewiesen, dass es ein kleiner Kombi ist.
Wenn es so im Flur steht, dass auch noch Leute dran vorbei passen, wundert man sich, wie man das alles ins Auto gekriegt hat.

Der Keller wartet mit einer Besonderheit auf. Er hat einen Knick. (Nein, keinen Knick.)
Es reicht also nicht, die Grundfläche zu wissen, wenn man loszieht und Kellerregale kauft. Vor allem sollte die Tür ja noch aufgehen können.

Das Holzregal ist recht fix aufgebaut -- das tue ich im Kellerdurchgang, der ein kleines bisschen mehr Platz bietet.
Das Metallregal stellt mich vor Herausforderungen.
Teil eins lehnt wie der berühmte Turm im nördlichen Mittelitalien (oder südlichen Norditalien) an der Wand, Teil zwei hat zum Stehen zwei Beine zu wenig -- auf denen schaukelt Teil eins.
Aber ich habe die Herausforderungen gemeistert, Pythagoras glücklich gemacht und jetzt Ordnung im Keller. Juhuu!!

Samstag, 5. September 2015

Stichworte des Tages

Eine Vereinigung von Schwulen und Lesben in Iserlohn klagt über Nachwuchssorgen. Der nächste CSD Iserlohn ist in Gefahr.
Mein erster Gedanke:
Wenn Mann mit Mann bzw Frau mit Frau -- klar, dass dabei kein Nachwuchs …

Knapp dreißig Ärzte, Heilpraktiker und Hömmopathen haben in einem Tagungshotel mit Amphetaminen und synthetischen Drogen experimentiert und lösten einen Großeinsatz der Rettungskräfte aus.
Mein erster Gedanke:
Unheilpraktiker.

Ansonsten hatte ich nicht viele Gedanken. Ich bin mit U. durch den Wald gelaufen und klitschnass geworden. Das Röntgenlauftraining findet bei jedem Wetter statt. Am 25.10. könnte es schließlich auch plästern.
Bisher sind wir jedes Wochenende seit Mitte Juni unterwegs gewesen. So gründlich ist meine Vorbereitung selten gewesen.
Den Wald hatten wir fast für uns alleine.

Freitag, 4. September 2015

Buchsbaumblüte

Vergiss alles, was du bisher über Buchsbaumblüte gelernt hast -- unauffällig, klein, grüngelb etc. Alles Blödsinn.
Buchsbaum blüht rosenförmig und blassrosa bis weiß.
Im Detail.
Die Welt ist von Natur aus voller Wunder. Nur wundern musst du dich selbst.

Donnerstag, 3. September 2015

Dieses Gespräch hat so nie stattgefunden.

Heute im Pausenraum.
„Was mach ich eigentlich mit so Leuten, die ihren Hund nicht anleinen?“, frage ich meinen Chef.
„Sie darauf hinweisen, dass bei uns auf dem Friedhof Leinenpflicht ist.“
„Und wenn sie den Hund trotzdem nicht anleinen? Beziehungsweise, wenn sie ihn anleinen und sobald ich außer Sichtweite bin, ihn wieder loslassen?“
„Erschießen.“
„Ähm…“
„Sie haben doch so eine Plastikröhre am Kipper, in die Sie den Besen und die Harke stecken, damit während der Fahrt alles beisammen bleibt, oder? In die Röhre gehört normalerweise auch das Gewehr.“
„Ich hab keine so'ne Röhre.“
„Kommen Sie gleich nach der Pause ins Lager, ich hab noch eine da. Und ein Gewehr finden wir schon. Zehn Schuss pro Monat sind frei. Wir sind schließlich ein ordentlicher Friedhof, hier kann nicht jeder tun und lassen, was er will.“
„Ähm, und … erschieß ich dann den Hund?“
„Hat der Hund das Schild missachtet? Nein, der Mensch. Also wird der Mensch erschossen. Radfahren ist auch nicht erlaubt, erschießen Sie in dem Fall das Fahrrad? Machen Sie es diskret, das gibt sonst nur Ärger. Und so ein Hund ist ein schlechter Zeuge, der guckt immer traurig und verrät einen nie.“
„Aber die Leiche? Wohin mit der Leiche?“
„Hallo? Wir sind ein Friedhof! Hier ist alles voller Leichen! Simone holt den Bagger und hebt ein Loch aus, da kommt die Leiche rein, Erde drauf, merkt kein Mensch!“

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Wie gesagt, das Gespräch hat so nie stattgefunden. Alle Namen wurden geändert.
Der Mörder ist natürlich nicht der Gärtner.
Trotzdem solltest du deinen Hund anleinen. Man weiß ja nie.